Ressort: Games
Datum: 10. Oktober 2017

XCOM 2: War of the Chosen

Die beste Version eines der besten Spiele in den letzten Jahren – sofern ihr immer noch Lust auf Rundenstrategie habt.
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Eines gleich zu Anfang: Solltet ihr noch nicht in den Genuss von „XCOM 2“ gekommen sein, dann ist das Add-On „War of the Chosen“ geradezu ein Glücksfall für euch. Denn durch dieses liefert das Hauptspiel das beste XCOM-Erlebnis, das ihr euch wünschen könntet. Es bügelt einige kleine Macken aus und reichert die Spielmechanik mit cleveren Zusätzen an, die selbst Kennern einen (oder weitere) Durchgänge wert sein sollte – auch wenn der Preis nicht ganz billig ist. Aber alles zu seiner Zeit…
 
Vergesst, was ihr bisher wusstet
 
Durch diese Erweiterung formen die Entwickler von Firwaxis das grundlegende Basisspiel ordentlich um: Während die Einführungsmission noch identisch abläuft, eröffnen sich danach direkt neue Wege und Mittel, um die Menschheit vor einer feindlichen Bedrohung zu retten. Denn anstatt auf irgendeine x-beliebige Alienrasse sauer zu sein, geben die Programmierer der Bedrohung nun ein neues Gesicht – beziehungsweise drei. Die titelgebenden „Chosen“ sind drei mächtige Außerirdische, die im Dienste der feindlichen Advents agieren. Endlich habt ihr nun jemanden, den ihr hassen könnt. Denn die drei Schurken werden sich immer wieder in Kämpfe einmischen, um euch einen ordentlichen Strich durch eure Taktik-Rechnung zu machen.
 
Alle guten (und bösen) Dinge sind drei
 
Auf wen ihr wo trefft, ist Zufall. Denn Firaxis nutzt ein ähnliches System, auf das bereits „Mittelerde“ zurückgreift: Wie im Nemesis-System entwickeln eure Widersacher nun eigene Pläne und gehen in jedem Durchlauf völlig anders voran, was den Wiederspielwert deutlich erhöht. Doch früher oder später trefft ihr auf einen dieser Superschurken, die sich in die Klassen Scharfschütze, Meuchelmörderin und knallharter Psi-Krieger einteilen. Wenn sie euch in einer Mission überraschen, dann betet, dass ihr gut vorbereitet seid. Denn ein Ableben eines eurer Gefährten ist bekanntlich eine permanente Sache – und bei den neuen Rebelleneinheiten besonders schmerzlich. Womit wir schon beim nächsten Punkt wären.
 
Denn zum Ausgleich spendiert euch Firaxis gleich drei neue Einheiten: Die Scharmützler, die Schnitter und die Templer. Diese Heldentypen entwickeln ihre Fähigkeiten nicht mehr so streng linear wie es bei den bisherigen Truppen der Fall war, sondern greifen auf eine Art Entwicklungsschema zurück, wie ich es nur aus Rollenspielen kenne. Klasse, noch mehr Raum für Taktiken. Allerdings sollten sich Neulinge hier nicht gleich von den Optionen erschlagen lassen und ruhig auch mal auf ihren Instinkt vertrauen. Denn wirklich nachteilig ist keine der neuen Klassen – verleveln geht daher (fast) nicht.
 
Neue Feinde, wohin das Auge blickt
 
Richtig effektreich wird es zudem, wenn ihr beispielsweise auf neue Gegner wie einen Soldaten mit Flammenwerfer trefft. Sorgen diese Truppen anfangs für reichlich Kopfzerbrechen, so stellen sie spätestens ab der Hälfte der Story keine wirkliche Bedrohung mehr dar. Bedrohlich hingegen sind jedoch die neue Rasse, wenn man sie denn so nennen kann, der Verlorenen. Eigentlich handelt es sich dabei um gefallene Soldaten, die zu Zombies mutiert sind. Die drei Varianten, nämlich einfacher, schneller und sehr robuster Untoter, werden euch in einigen Missionen mächtig auf Trab halten – und können euch sogar überrennen, wenn ihr nicht höllisch aufpasst.
 
Das grundlegende Konzept hat sich natürlich nicht geändert: Wie immer sucht ihr euch in eurer Basis neue Missionen aus, entwickelt Technologien weiter, rüstet eure Mannen aus und unterhaltet euch mit NPCs. Allerdings ist die schiere Anzahl an Optionen schon überwältigend. Beim ersten Durchgang hatte ich mich wohl zu sehr auf Technologien konzentriert, was dazu führte, dass ich in anderen Bereichen wie meiner Stärke und dem Umfang meiner Truppe, hoffnungslos unterlegen war. Daher empfehle ich euch, dass ihr jedem Aspekt des Spielchens eine gewisse Zeit einräumt, um sie kennenzulernen.
 
Preis-Leistung
 
Anfangs hat mich der relativ hohe Anschaffungspreis von über 40 Euro für ein Add-On schon stutzig gemacht. Doch nachdem ich erlebt habe, was die Entwickler rund um Publisher 2K hier reingebuttert haben, muss ich sagen, dass das völlig in Ordnung geht. Andere Hersteller hätten bei so vielen Neuerungen glatt eine „3“ an „XCOM“ gehangen, anstatt es als Zusatz auszuzeichnen.
 
Fazit
 
Wer auf rundenbasierte Taktikgefechte steht, sich gerne mit etlichen strategischen Möglichkeiten für einen Kampf auseinandersetzt und zusätzlich noch auf eine spannende Story steht, die für mindestens 30 Stunden unterhält, der sollte hier zugreifen. „XCOM“ ist und bleibt der König des Genres. Und mit „War of the Chosen“ setzt er sich erneut die Krone auf.
 
Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC
Website: xcom.com/war-of-the-chosen

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