Ressort: Games
Datum: 10. Oktober 2017
Autor: Matthias Probst

Marvel vs. Capcom: Infinite

Vereinte Heldenkräfte: Verrückter geht es kaum, wenn sich Capcom und Marvel zu einem furiosen Kampf gegen das Böse zusammentun. Das Prügelspielchen nimmt dabei besonders Rücksicht auf Neulinge.
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Wenn Hulk, der grüne Riese, und Ryu, ein Martial-Arts-Profi aus „Street Fighter“, sich in einen Dschungel voller Gefahren stürzen, der eigentlich vom Zeit-Raum-Kontinuum abgekapselt war, dann ist das nicht nur harter Tobak, sondern auch tierisch unterhaltsam. Was erwartet man auch von einer Story, die als Grundlage nur dazu dient, dass sich immer wieder irgendwelche Helden eins auf die Rübe geben?! Ich persönlich hatte keine Erwartungen – was für eine positive Überraschung sorgte. Denn ganz ehrlich: Ich liebe diese Geschichte hier – so blödsinnig sie auch ist. Meinen Spaß hatte ich über die fünf oder sechs Stunden, bis der Abspann über den Bildschirm flimmert. Grandios gemacht.
 
Um was geht es eigentlich? Also da wäre dieser fiese Sigma, der mit einer Art Nervenvirus die Welt beziehungsweise die Universen versklaven möchte. Mit der Heimat von Göttersohn Thor, Asgard, hat Sigma bereits begonnen. Das können sich die Heroen aus dem Marvel-Universum genauso wenig gefallen lassen, wie die Kämpfer von Capcom. Kurzerhand schließen sie sich zusammen, um Sigma das Handwerk zu legen. Da dieser über zwei der insgesamt sechs mächtigen Infinity-Steine verfügt, ist dies leichter gesagt als getan. Also müsst ihr zunächst die vier anderen Steinchen finden – das turbulente Treiben beginnt. Fertig ist die Story. Wie gesagt: Viel Tiefe müsst ihr nicht erwarten. Dennoch ist die Idee hinter dem Aufenthalt mancher Steine echt unterhaltsam umgesetzt.
 
Anfänger sind herzlich willkommen
 
Was den Titel so besonders einsteigerfreundlich macht, ist die Belegung der Kampfaktionen: Wer wild auf die Knöpfe des Controllers haut, der wird die ein oder andere mächtige Kombination herausschießen. Diese sind nicht nur effektreich in Szene gesetzt, sondern nagen ordentlich an der Energieleiste des Gegners. Daher macht die Kampagne solchen Spaß: Anstatt akribisch Manöver auswendig zu lernen, schlage ich anfangs noch planlos herum, warte bis sich die Spezialanzeige füllt und aktiviere das Special dann mit einer der Schultertasten – einfacher geht’s wohl kaum. Das mag sich für Profis jetzt nicht sonderlich schmackhaft anhören, aber keine Sorge: Experten kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Denn Entwickler Capcom hat sich da was Feines überlegt…
 
Die Kämpfe bestreitet ihr nie alleine. Soll heißen: Ihr treten immer im Tag-Team gegen feindliche Truppen an. Der aktive Kämpfer verteilt Schläge, während sich der andere langsam regeneriert. Mit einem Knopfdruck wechselt ihr blitzschnell eure Figuren. Und jetzt wird’s spannend: Der Wechsel kann genutzt werden, um irre Kombinationen zu vollziehen. Ein Beispiel: Mit Hulk drescht ihr so auf euren Gegner ein, dass dieser nach einer Reihe von Schlägen den Boden unter den Füßen verliert und in die Höhe schnellt. In der Luft wechselt ihr blitzschnell zu Dante, der dem Fiesling dann noch mit einer beeindruckenden Air-Kombi den Rest gibt. Dieses System erfordert jedoch einiges an Timing – und hier sind Profis gefragt. Für den Online-Kampf oder die E-Sport-Abteilung ist da sicherlich jede Menge Potenzial drin. Einen Nachteil hat das Wechselspielchen jedoch: Für rund drei, vier Sekunden bleibt euer gewechselter Freund noch auf dem Schlachtfeld. Passt der Feind den richtigen Zeitpunkt ab, so kann er euch beiden Schaden zufügen – autsch.
 
Für Effektfeuerwerke ist gesorgt
 
Und dann wären da noch die sogenannten Infinity-Stones, um die sich die gesamte Story dreht. Sobald ihr welche im Verlauf der Geschichte erhaltet, könnt ihr darauf während des Kampfes zugreifen – wobei ihr in der Story munter wechseln könnt, bei einem normalen Kampf aber nur einen zur Auswahl habt. Die Infinity-Stones warten mit besonderen Fähigkeiten auf: Beispielsweise könnt ihr damit die Zeit manipulieren und euch blitzschnell von einer Ecke in die andere teleportieren. Oder ihr füllt die Energieleiste auf und haut einen mächtigen Angriff damit raus – was beispielsweise darin enden kann, dass euer Feind für ein paar Sekunden in einem Käfig festsitzt. Möglichkeiten gibt es hier jede Menge.
 
Und was ein Prügelspielchen ebenfalls ausmacht, ist die Vielfalt an Charakteren. Capcom hat sich hier nicht lumpen lassen und beschert euch mit über 30 bekannten und weniger bekannten Charakteren aus dem Marvel- und Capcom-Universum jede Menge Auswahl. Weitere sind bereits für Ende des Jahres angekündigt. Mein heimlicher Favorit: Ritter Arthur aus „Ghosts ’n Goblins“ sorgt während der Story durch seine Auftritte immer wieder für Lacher.
 
Fazit
 
Wer für eine gehörige Portion Irrsinn ein offenes Ohr hat und sich gerne von effektreichen Kämpfen berieseln lässt, der sollte hier schleunigst zugreifen. Zumal das Spiel der ideale Einstieg für Neulinge des Genres ist, da man Erfolge auch ohne lange Übung erzielen kann. Profis machen sich später dann ans Erlernen von mächtigen Kombis, um den Gegner aus den Socken zu hauen. Das Kämpfen im Zweierteam ermöglicht euch zudem das Experimentieren von interessanten Kombinationen. So dürfte jeder sein passendes Team finden, um schlagkräftige Argumente zu liefern. Mir persönlich ist der arcadelastige Spaß sehr ans Herzen gewachsen – wenn auch grafisch noch Luft nach oben bleibt.
 
Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC
Website: marvelvscapcominfinite.com

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