Ressort: Games
Datum: 06. Oktober 2017
Autor: Matthias Probst

Maize

Was hat ein Mais im Kopf? Anscheinend nur Stroh, wenn es um die Macher dieses Werkes geht. Doch das kann durchaus lustig sein …
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So lange stand ich bei einem Spiel noch nie auf dem Schlauch. Bei meiner ersten „Maize“-Session dauerte es ungefähr eine geschlagene Stunde, bis ich begriff, um was für ein Genre es sich hierbei überhaupt handelt. Zu Beginn meiner Reise – als No-Name wacht ihr mitten in einem Mais-Feld auf – wanderte ich etwas ziellos durch die Gegend und wollte meine erste Waffe entgegennehmen. Nur fand ich keine. Naja, das wird sich ändern – immerhin kommen bestimmt gleich haufenweise Gegner auf mich gestürmt. Nach einer halben Stunde etwa kam mir der Gedanke, dass dies vielleicht gar kein Shooter ist. Also stecke ich mitten in einem Survival-Horror-Game. Oh nein – und es ist schon dunkel draußen. Eigentlich hasse ich das. Aber die Geschichte um einige Maisstauden, die mich verfolgen, klingt irgendwie … nun ja … „anders“.
 
Der Schrecken naht
 
Als ich am verlassenen Bauernhaus vorbeikomme, schrillen bei mir die Panik-Glocken: Das sieht sehr verdächtig nach „Resident Evil“ aus – bestimmt schnellt gleich ein Zombie um die Ecke. Doch: Fehlanzeige. Nachdem ich gemütlich (und ganz nebensächlich) ein paar Objekte miteinander kombiniert und somit neue Wege freigeschaltet hatte, kam mir die Erleuchtung. Vielleicht ist das ja gar kein Horror-Spiel. Und tatsächlich: Bei „Maize“ handelt es sich um ein waschechtes Adventure, ganz ohne Horror-Szenen oder Shooter-Action-Einlagen. Das gesamte Geschehen wird aus der Ego-Perspektive erlebt. Als mir das klar wurde, sah ich das Spielchen in einem völlig neuen Licht. Plötzlich wirkte das Maisfeld nicht mehr so bedrohlich, das Landhaus seltsam einladend und die roten und blauen Klebezettel, die an manchen Objekten pappten, richtig unterhaltsam. Rückblickend betrachtet habe ich mich mit meinem Verhalten genauso wie der Hauptcharakter verhalten, den ich steuere – das Ende wird euch die Augen öffnen.
 
Zugegeben: Es braucht eine Weile, um mit „Maize“ warm zu werden. Allerdings ist die Story dermaßen blödsinnig, dass es mir eine Freude war, das Spiel in einer Sitzung komplett durchzudaddeln – was lediglich drei Stunden Zeitaufwand erforderte. Spielerisch sind die Rätsel, die ihr immer wieder zu lösen habt, selten fordernd. Erst recht nicht für Profis. Dafür stimmt die Atmosphäre um ein verlassenes Areal samt genmanipulierter Maisschoten – erfrischend anders.
 
Etwas beklemmend war allerdings die musikalische Untermalung, die oft an meinem Nervenkostüm zerrte. Etwas mehr Abwechslung hätte es ruhig vertragen können. Dafür belohnt mich das Spiel gerade zum Ende hin mit fetzigen Musikeinlagen – samt Tanz-Contest – und einem netten Abspann.
 
Fazit
 
Wer auf Adventures steht und vor verrückten Geschichten nicht zurückschreckt, der sollte sich „Maize“ auf jeden Fall auf seine Wunschliste schreiben. Was das kleine Team von Finish Line Games hier liefert, ist einfach A-Maize-Thing – der Wortwitz musste jetzt sein. Viel Spaß damit.
 
Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC
Website: finishlinegames.com

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