Ressort: Games
Datum: 16. August 2017
Autor: Matthias Probst

Impact Winter

Überleben im Schnee

Winterliche Katastrophe: In einer postapokalyptischen Welt geht es ums nackte Überleben. Allerdings sollten sich nur hartgesottene Spieler auf diesen Survival-Trip begeben.
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Voller Rucksack: Nach einer kleinen Plünder-Tour durch die winterliche Landschaft geht es zurück ins sichere Versteck. Die Kirche, in der sich eine Truppe Überlebender zusammengerafft hat, dient als Dreh- und Angelpunkt der Entwickler von Mojo Bones. Doch kurz vor meiner Zuflucht taucht dieser Wolf (oder was auch immer auf). Kein Problem: Schnell ist der Rohrstock ausgepackt, um den Angreifer fern zu halten – was mir leider nicht sonderlich gut gelingt: Game Over. Zum letzten Mal gespeichert hatte ich vor 45 Minuten …
 
Diese Szene steht stellvertretend für viele weitere Szenen in „Impact Winter“: Immer wieder müsst ihr euch schnell entscheiden und einfach mal Dinge ausprobieren – auch wenn ihr daran sicherlich das ein oder andere Mal scheitern werdet.
 
Überlebenskampf im Niedlich-Look
 
Das Survival-Spielchen in charmanter Comic-Optik setzt auf den Zufall: Kein Spieldurchgang gleicht dem nächsten, was natürlich für einen hohen Wiederspielwert sorgt, sofern ihr auf solche Titel steht. In einer postapokalyptischen Welt, die von einem Meteoriteneinschlag in ein Winterwunderland verwandelt wurde, sollt ihr 30 Tage überleben. Dann erfolgt die Rettung. Die Wartezeit kann allerdings verkürzt werden, wenn ihr bestimmte Missionen erledigt. Dabei habt ihr die Wahl, welchem Überlebenden in der Kirche ihr unter die Arme greift. In einem Durchgang werdet ihr allerdings nicht alle Missionen erledigen können – schon wieder gilt es sich zu entscheiden.
 
Aus isometrischer Draufsicht steuert ihr euren Charakter raus aus der Kirche, rein in die verschneite Umgebung. Immer an eurer Seite: Ein fliegender Roboter, der Gegenstände scannen kann und sonst noch ein paar Tricks auf Lager hat. In Ruinen oder Höhlen findet ihr Material, das zur Erfüllung mancher Quests taugt. Allerdings solltet ihr euch auch hier wieder entscheiden: Euer Rucksack hat das Tragevermögen einer guten Aldi-Tasche. Allzu viele Gegenstände passen da allerdings nicht hinein. Doch was taugt was? Die Antwort auf diese Frage müsst ihr immer wieder selbst herausfinden – eine manchmal schmerzliche Erfahrung, wenn ihr nach einer Weile bemerkt, dass ihr euch falsch entschieden habt. Daher gilt: Speichert so oft ab, wie möglich. Getroffene Entscheidungen im Spiel könnt ihr nämlich nicht mehr rückgängig machen – was natürlich für einen bestimmten Reiz sorgt. So weit, so gut. Eine Herausforderung ist nie schlecht.
 
Stockend im Tiefschnee
 
Jedoch hat „Impact Winter“ auch mit ein paar Macken zu kämpfen, die den Titel wohl eher für ein Special-Interest-Publikum lohnenswert machen. Da wäre zunächst die Steuerung mit Tastatur und Maus: Dank der recht merkwürdigen Tastenbelegung empfehle ich dringend zu einem Gamepad. Vielleicht haben die Macher des Spiels bereits die geplanten PS4- und Xbox One Versionen im Hinterkopf gehabt, als sie die Steuerung entwickelt haben. Auf jeden Fall geht es mit Controller deutlich besser von der Hand. Als nächstes kommt das Mikro-Management: keine Ahnung, wie lange ich damit verbracht habe, meine gefundenen Schätze mühsam zwischen den einzelnen Überlebenden auszutauschen, damit jeder seiner Rolle gerecht wird. Das könnte meines Erachtens etwas komfortabler gelöst werden.
 
Was die Schwierigkeit angeht, bin ich geteilter Meinung: Auf der einen Seite fand ich es recht frustrierend, wenn ich mich mal wieder in eine ausweglose Situation verrannt habe – Neustart mit einem alten Speicherpunkt nötig. Auf der anderen Seite ist das echte Leben aber auch kein Zuckerschlecken und verlangt immer wieder Entscheidungen. Von daher fordert euch das Spiel auf einem gewissen Niveau – zumal jedes Scheitern einen Fortschritt im nächsten Durchlauf darstellt.
 
Zuletzt steht also wieder eine Entscheidung an: Mögt ihr Survival-Games, die euch durch das Element des Zufalls fordern und dadurch auch knallharte Konsequenzen nach sich ziehen? Dann ist „Impact Winter“ genau euer Spiel. Steht ihr allerdings auf etwas komfortablere Steuerung, ausgefeilte Geschichten und mehr Action, dann solltet ihr euch vielleicht nach einem anderen Titel umschauen. Wer sich jedoch für das Spiel entscheidet und ihm eine Chance gibt, kann sich auf einen kalten Sommer freuen.
 
Erhältlich für: PC
Website: impactwinter.co.uk

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