Ressort: Games
Datum: 21. Juli 2017
Autor: Matthias Probst

Master X Master

Revolution im Genre

Superhelden, Action am laufenden Band und äußerst einsteigerfreundlich: „Master X Master“ ist mehr als der nächste Abwasch eines MOBAs. Selbst Einzelspieler werden hier ihren Spaß haben – und das zu einem verdammt guten Preis.
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Das Wichtigste zuerst: „Master X Master“ ist völlig kostenlos. Wer die Seite von Entwickler NCSoft besucht (oder weiter unten auf den Link klickt), kann sich die Software einfach herunterladen und losspielen. Natürlich gibt es im Spiel selbst die Möglichkeit für echtes Geld Gegenstände oder Helden zu kaufen – immerhin wollen die Entwickler auch Geld verdienen. Doch grundsätzlich habt ihr hier absolut kostenlos euren Spaß. Das wollte ich nur nochmal ins Gedächtnis rufen, wenn ich weiter in „Master X Master“ eintauche.
 
Warum das ganze Vorgeplänkel? Ganz einfach: Weil „Master X Master“ richtig Laune macht – ganz so als hättet ihr ein Vollpreisspiel vor euch. Und das Kurioseste aus meiner Sicht: Obwohl sich der Titel offiziell als MOBA (Massive Online Battle Arena) ausgibt, könnt ihr euch problemlos als Einzelkämpfer ins Vergnügen stürzen, ohne jemals gegen andere Spieler online antreten zu müssen – auch das ist ein dicker Pluspunkt. Denn eigentlich habe ich nach ein paar Jahren „League of Legends“ oder „Dota 2“ die Nase voll von MOBAs. Viel zu oft werde ich da von Möchtegern-Profis angepöbelt, wie ich meine Figuren zu leveln habe oder welche Taktik nun die beste sei. Dabei will ich doch nur ein, zwei lockere Runden zwischendurch spielen. Früher war das noch möglich, heute leider nicht mehr. Bei „Master X Master“ sieht die Sache da anders aus…
 
Zunächst einmal hat das natürlich auch damit zu tun, dass das Spiel erst frisch auf dem Markt ist: Strategien zu den einzelnen Charakteren müssen sich da erst herauskristallisieren. Also befinden wir uns derzeit noch in einer munteren Experimentierphase. Aber davon abgesehen, steckt hier noch viel mehr drin. „MXM“ lässt sich nämlich auch hervorragend genießen, ohne dass ihr euch mit anderen in die Schlacht stürzen müsst. Wie das geht? Durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Modi.
 
Wer will, der schnappt sich einen Charakter und spielt sich durch die sogenannten Phasen des Spiels. Das sind speziell für Einzelspieler entwickelte Levels mit einem Bosskampf am Ende. Diese dürfen alternativ übrigens auch im Koop-Modus mit einem Kumpel gezockt werden. Habt ihr eine Phase gemeistert, bekommt ihr Erfahrungspunkte, Gold und eine Reihe Gegenstände für euer Inventar. Damit wertet ihr eure Master auf oder schaltet neue Fähigkeiten frei – alles Mechanismen, die ihr sehr schnell durch kleine Einsteigermissionen erlernt.
 
Helden mal zwei.
 
Apropos „Master“: Diese mächtigen Helden bilden den Kern des eigentlichen Spiels. Bislang sind 37 von ihnen verfügbar. Wie in anderen Spielen dieser Art, habt ihr anfangs nicht auf alle Zugriff, sondern müsst diese freischalten, indem ihr bestimmte Aufgaben erfüllt oder Ingame-Währung investiert. Allein das sorgt schon für nette Unterhaltung. Nun kommt jedoch der entscheidende Punkt, der diesen Titel von anderen Genrevertreten abhebt: Anstatt euch einen Helden auszusuchen und in die Schlacht zu ziehen, dürft ihr euch hier gleich für zwei Master entscheiden. Im Gefecht wechselt ihr dann munter zwischen diesen beiden hin und her. Das eröffnet eine breite Palette an interessanten Kombinationen und macht jede Partie zu einem neuen Abenteuer – echt sehr innovativ.
 
Neben den Titanenruinen, die ähnlich ablaufen, wie andere MOBAs – also fünf gegen fünf – gibt es auch noch die Arena: Hier dürfen 3-gegen-3 ordentlich die Sau rauslassen. Ob ihr nun menschliche Gegner oder rein vom PC gesteuerte Charaktere dabei haben wollt, ist euch überlassen. Jedenfalls beharkt ihr euch fünf Minuten lang auf einem kleinen Areal mit allem, was ihr habt. Welches Team am Ende die meisten Kills auf seiner Seite sichern konnte, gewinnt. Doch damit ist der Spaß noch lange nicht am Ende.
 
Als zusätzlicher Bonus warten sogenannte „Zeit-Raum-Krümmungs-Events“ auf euch. Diese sind ebenfalls für Einzelspieler gedacht und spielen sich haargenau wie die zuvor erwähnten Phasen – jedoch mit einem kleinen Unterschied: Als Endboss oder computergesteuerter Partner wartet ein Master-Charakter auf euch. Gewinnt ihr die Phase, könnt ihr Artefakte erhalten, die ebenjenen Master freischalten können. Daher lohnen sich solche Events, um seine Master-Auswahl zu vergrößern. Weiter geht’s.
 
Eine wirklich lustige und abwechslungsreiche Kategorie sind die „Minispiele“: Bei diesen tretet ihr zwar immer gegen menschliche Gegner online an, müsst aber nicht direkt gegen sie kämpfen. Vielmehr geht es hier um Geschick und etwas Glück. So gewinnt beispielsweise der, der am schnellsten einen Parkour absolviert, als letztes in einer von Fallen übersäten Arena überlebt oder am besten gefährlichen Geschossen ausweichen kann. Das dauert meist nie länger als drei Minuten und macht wirklich Laune.
 
Viel tiefer will ich gar nicht mehr in das Spielgeschehen eintauchen. Denn jeder sollte selbst einen Blick auf die motivierenden Mechaniken werfen, die dieses Spielchen zu einem Highlight machen und zudem frischen Wind ins Genre bringen. Mich persönlich hat „Master X Master“ positiv überrascht und überzeugt. Allein für die vier täglichen Missionen schalte ich das Spiel gerne ein, um ein paar Minuten meinen Spaß zu haben. Reinschauen lohnt sich. Aber sagt nicht, ich hätte euch nicht vor dem Suchtfaktor gewarnt.
 
Erhältlich für: PC
Website: playmxm.com

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