Ressort: Games
Datum: 21. Juli 2017
Autor: Matthias Probst

Detached

Schwindelig im All

Bekanntes Sci-Fi-Setting, dafür aber aus einem neuen Blickwinkel: „Detached“ ist eine spielerische Grenzerfahrung auf mehreren Ebenen.
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Nur schnell diesen Schalter betätigen und ab durch den Flur bevor sich die Kraftfelder wieder einschalten. Gesagt, getan: Geschafft. Allerdings bin ich dabei so schnell unterwegs, dass ich mit Vollgas in die Wand donnere, die am Ende des Korridors wartet. Das Ergebnis: Ich schleudere wie wild in der Schwerelosigkeit herum bis ich wieder festen Halt durch die Schubdüsen meines Raumanzuges bekomme. Die kleine Taumelfahrt hat Spuren hinterlassen – nicht bei meinem Charakter; dem geht es gut – sondern bei mir selbst. Etwas benommen nehme ich die Oculus Rift von meinem Kopf und muss mich ausruhen. Dieses mulmige Gefühl bin ich inzwischen schon fast gewöhnt, wenn ich in VR-Welten tauche. Eigentlich dachte ich, dass ich das schon längst überwunden hatte. „Detached“ stellt mich da jedoch erneut vor eine Herausforderung…
 
Aber bitte nicht falsch verstehen: Vielleicht mag es auch nur an mir liegen, dass mir bei der Erkundung des Weltalls und meiner Raumstation hin und wieder schwindelig wird. Allerdings habe ich den leisen Verdacht, dass dies mit der Steuerung zu tun hat: Denn per Touch-Controller navigiere ich mich durch die abgelegenen Winkel der Station, um immer wieder kleine Rätsel zu lösen. Das Problem für mich: Sowohl mit dem linken als auch mit dem rechten Stick kann ich meine Bewegungen unabhängig voneinander steuern. In dieser Hinsicht ist „Detached“ nichts für Weicheier und richtet sich eher an erfahrene VR-Spieler.
 
Einzelspieler willkommen.
 
Inhaltlich geht es dagegen zahm zu: Die bereits erwähnte Raumstation liegt in Trümmern und ihr müsst lediglich überlegen. Dazu puzzelt ihr euch durch verschiedene Räume, behaltet eure Sauerstoffanzeige im Auge oder manövriert euch durch herausfordernde Passagen unter Zeitdruck. Nach rund zwei Stunden ist die kurze Einzelspieler-Kampagne dann auch bereits vorbei. Dank des guten Sounds und der scharfen Texturen ist das ein nettes Erlebnis, das die Atmosphäre im All prima einfängt. Besonders die Exkursionen außerhalb des Raumschiffs sorgen immer wieder für atemberaubende Momente.
 
Wem das noch nicht genügt, kann sich im Multiplayer-Modus mit anderen in die Schlacht stürzen. Für mich persönlich war dies schon in der Beta-Phase eine echte Grenzerfahrung. Denn die sehr flott ablaufenden Gefechte verlangen von euch eine solide Beherrschung der Steuerung. Bei mir sorgte die manchmal aufkommende Hektik für kleine Fehler, die abermals in einem schwindeligen Gefühl endeten. Aber wie gesagt: Das kann auch an mir selbst liegen. Anfängern würde ich diesen Titel dennoch nicht empfehlen.
 
Wer allerdings Erfahrung mit VR-Spielen hat und sich gerne im Weltall aufhält, kann gerne einen Blick riskieren. Wollt ihr eure Standfestigkeit in Punkto Motion Sickness testen, dann taucht in die Multiplayer-Gefechte ein – eine spaßige, wenngleich auch anstrengende Herausforderung für euer Gehirn. Insgesamt positioniert sich „Detached“ damit in einem soliden Mittelfeld der VR-Titel, die da draußen herumschwirren. Mir bleibt es als echte Grenzerfahrung im Gedächtnis. 

Erhältlich für: Oculus Rift, HTC Vive
Website: detachedgame.com
 

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