Ressort: Games
Datum: 13. Juli 2017
Autor: Matthias Probst, Kim Opel

Micro Machines World Series

Chaos im Wohnzimmer!

Seid ihr bereit für ein buntes Durcheinander? Der legendäre Funracer im Miniaturformat feiert seine Rückkehr – diesmal in HD, aber genauso durchgeknallt und chaotisch wie eh und je. Einen echten Pferdefuß hat das Ding leider doch …
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Rennen im Miniformat: Bei den Micro Machines erwartet euch kein realistisches, simulationslastiges Fahrverhalten, keine dynamischen Wetterbedingungen, keine spektakuläre 4K-Grafik mit Sonnenuntergängen und Spiegelungen auf dem Fahrzeuglack. Aber darauf haben es die Entwickler von Codemasters auch gar nicht angelegt und all das ist auch nicht notwendig, um jede Menge Spaß zu haben.
 
Perspektive aus der Draufsicht
 
Nicht einmal eine wie bei Rennspielen übliche Perspektive wird euch geboten – eure Fahrzeuge steuert ihr in Micro Machines ganz klassisch aus einer Draufsicht, so wie man es aus Zeiten des guten alten NES oder SEGA Master Systems kennt. „Super RC Pro AM“ oder „Excitebike“ lassen grüßen!
 
Ich persönlich habe das Spiel früher (vor gefühlt 25 Jahren) immer sehr gerne auf dem Game Boy und auch auf dem Super NES gespielt. Daher war ich dementsprechend gespannt auf die Neuauflage.
 
Erste Ernüchterung: Eine Einzelspieler-Kampagne gibt es nicht. Ihr müsst immer online sein, wenn ihr zocken wollt. Echt jetzt? Naja… Mal abwarten, was sonst geboten wird: Die klassischen Spielmodi - Rennen und Eliminierung - sind jedenfalls mit an Bord. In den Rennen könnt ihr die Anzahl an Runden auswählen und euch – unter Einsatz verschiedener Power-Ups wie beispielsweise Raketen, die ihr durch das Überfahren von Item-Boxen erhaltet – mit euren Rivalen beharken und um den Sieg fahren. Insgesamt könnt ihr aus 12 Fahrzeugen wählen. Bei der KI ist mir ein ausgeprägter Gummiband-Effekt aufgefallen, soll heißen: Man kann sich keinen richtigen Vorsprung rausfahren und das Feld bleibt bis zur letzten Kurve eng zusammen. Das ist entweder spannend oder nervig – dürft ihr selbst entscheiden.
 
Im Modus Eliminierung versucht ihr euch von euren Rivalen abzusetzen, und zwar so weit, dass ihr diese entweder durch eure Waffen zerstört oder eben so schnell fahrt, bis euer Vorsprung so groß ist, dass eure Gegner nicht mehr „ins Bild passen“. Man versucht also sozusagen gegen den Gummiband-Effekt aus dem Rennen-Modus anzukämpfen. Nach jeder Runde steigt ihr auf einer Leiter hinauf oder runter – je nach Leistung. Wer als erster auf dieser Leiter die Ziellinie erreicht hat, gewinnt das Ganze. Wirklich lustige Sache. Hier können bis zu vier Spieler lokal am selben Bildschirm gegeneinander antreten, oder bis zu zwölf Spieler online.
 
Mehrspielerspaß – jedoch ohne Splitscreen
 
Auch wenn der lokale Mehrspieler-Modus durchaus zu gefallen weiß, fehlt mittelfristig dann doch ein Splitscreen. Bei den Rennen ist das so eine Sache, sobald einer zu schnell oder zu langsam ist und „aus dem Bild fährt“, ist das Rennen im Prinzip rum. Eventuell wird ein Splitscreen ja noch über einen DLC nachgeliefert – Sinn machen würde es definitiv. Des Weiteren gibt es mehrere Battle-Modi, so zum Beispiel „Capture the Flag“, in denen sich zwei Teams die Fahnen klauen. Als weitere Optionen können Bereiche verteidigt werden oder Bomben in der gegnerischen Basis abliefert werden. Das macht für ein paar Minuten Spaß, ist aber aufgrund der viel zu hektischen Duelle nicht wirklich motivierend. Einen klassischen Meisterschafts-Modus oder einen ähnlichen Storymodus gibt es leider nicht.
 
Grafisch und soundtechnisch bewegt sich das Spiel gerade so im Mittelmaß. Eine Hammergrafik à la „Forza 7“ solltet ihr nicht erwarten, aber darum geht es auch nicht. Die unterschiedlichen Strecken – also zum Beispiel der Billardtisch, die Küche, das Kinderzimmer oder die Werkstatt – werden mit vielen Details dargestellt und übermitteln dieses Gefühl, dass der Spielname Programm ist und ihr in kleinen Miniaturfahrzeugen unterwegs seid. Die Steuerung ist simpel und intuitiv – im Grunde genommen fährt man vom Start weg eigentlich nur mit Vollgas und schlittert dann fast automatisch durch die Kurven. Wirklich nervig sind jedoch die von „Nerf“ entliehenen Waffen, die ihr auf eure Gegner feuert. Zum einen gibt es davon einfach zu viele, zum anderen wird dadurch jedes fahrerische Können in den Hintergrund gedrängt. Zu oft enden Rennen durch puren Zufall – was letztlich sehr auf die Motivation drückt.
 
Fazit
 
Codemasters liefert mit „Micro Machines World Series“ eine kurzweilige, aber nicht ganz gelungene Neuauflage eines Funracers ab. Vor allem das Prinzip der Vogelperspektive sowie die Tatsache, dass ihr in Miniaturfahrzeugen in verschiedenen Bereichen eines Hauses unterwegs seid, hebt diesen Titel von der Masse ab. Zumindest kurz- oder mittelfristig taugt Micro Machines zum unterhaltsamen Partygame – für einen langfristigen Dauerspaß reicht es jedoch nicht. Vielleicht können ein paar Patches da mehr Schwung reinbringen.
 
Erhältlich für: PS 4, Xbox One, PC
Website: codemasters.com/games

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