Ressort: Games
Datum: 13. Juli 2017
Autor: Matthias Probst

The Elder Scrolls Online: Morrowind

Besuch in der Vergangenheit

Wachsende Welt: Bethesda Softworks legt mit dem neusten Add-On zum Online-Rollenspiel „The Elder Scrolls“ nun mächtig nach. Der Ausflug in eine altbekannte Region ist nicht nur für Kenner ein Genuss.
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Morrowind – dieser Name könnte in einigen von euch wohlige Erinnerungen wachrufen. Denn 2002 ging es für PC-Rollenspieler in dieses magische Reich als Teil der „Elder Scrolls“-Reihe. Selbst trat ich diese Reise leider nie an, saß jedoch öfters bei meinem besten Kumpel am Rechner, um ihm dabei zuzuschauen. Ein bisschen kenne ich mich daher aus. Allerdings ist dieses Vorwissen absolut nicht nötig, da „Morrowind“ auch so sehr viel Spaß macht.
 
Um eins vorweg zu klären: Persönlich mache ich mir nicht viel aus MMOs, da ich lieber alleine und in meiner eigenen Geschwindigkeit unterwegs bin. Umso überraschter war ich, dass mich „The Elder Scrolls Online: Morrowind“ (kurz „ESOM“) genau das auch tun lässt – allerdings nur, wenn ich eine Online-Verbindung habe. Und dennoch: ESOM hält seine Einzelspieler gut bei Laune – wirklich großartig.
 
Die neue Region fügt sich nahtlos in das bereits bestehende, riesige Reich von „The Elder Scrolls Online“ ein. In Morrowind ändert sich allerdings das Erscheinungsbild der Flora und Fauna auf interessante Art und Weise – allein das sorgt schon für frischen Wind. Neue Monster, neue Umgebungen und jede Menge neue Quests – die sich aber ehrlich gesagt nicht sonderlich von den bisherigen unterscheiden; macht aber nichts. Für alle, die das Original damals auf dem PC gespielt haben, werden einige der Orte in Morrowind bekannt vorkommen. Ein toller Fan-Service, den Bethesda da abliefert.
 
Klasse, Hüter!
 
Richtig spannend wird es jedoch bei der neuen Charakter-Klasse: Der Hüter ist eine prima Ergänzung zu den bislang verfügbaren Klassen. Mit seinen magischen Fähigkeiten passt er sich hervorragend an den individuellen Spielstil als Nah- oder Fernkämpfer an. Seine Stärke: Begleiter beschwören. Mögen diese zu Beginn nicht so stark sein, geht es spätestens beim Kriegsbären ordentlich zur Sache. Dieses Kerlchen teilt nämlich richtig gut aus und steckt zudem noch eine Menge weg – ideal, um mit seinem Hüter aus sicherer Entfernung noch ein paar magische Sprüche auf die Gegner loszulassen. In der Weiterentwicklung werden die beschworenen Gehilfen immer mächtiger und lassen verschiedene Taktiken zu – mir gefällt der Hüter daher außerordentlich gut, da ich das Herumexperimentieren liebe.
 
Grafisch solltet ihr jedoch nicht allzu viel erwarten: Die Engine von ESO ist etwas in die Jahre gekommen. Das reicht zwar noch völlig aus, bleibt aber hinter aktuellen Neuerscheinungen deutlich zurück. Dem Spielspaß tat es jedenfalls keinen Abbruch.
 
Kommen wir zum Preis des Add-Ons – hier scheiden sich die Geister. 40 Euro mag zwar kein Schnäppchen sein, ist aber aufgrund der gebotenen Inhalte und des Umfangs wohl gerechtfertig – zumal bei ESO keine monatlichen Kosten anfallen, wie bei anderen Genrevertretern. Wenn ihr das Paket also einmal erworben habt, dürft ihr damit so lange zocken, wie ihr wollt. Wer in den letzten Jahren sowieso etliche Stunden in das Hauptspiel gesteckt hat, kann einen Blick auf die neue Region werfen. Rein aus nostalgischen Gründen würde ich jedoch davon abraten – mein Kumpel zumindest war etwas enttäuscht über diesen Aspekt.
 
Kurz und bündig: „The Elder Scrolls Online: Morrowind“ liefert eine ordentliche Erweiterung zum Hauptspiel ab und versorgt Spieler mit weiteren Stunden an neuen Herausforderungen. Selbst Einzelspieler wie ich werden mit diesem Paket – und nicht zuletzt aufgrund der neuen Hüter-Klasse – bestens unterhalten. Die Ähnlichkeiten zum 2002 erschienen Namensvetter entfalten durchaus ihren Charme, sind aber kein zwingender Kaufgrund, da es sich um eine andere Art von Spiel handelt – nämlich um ein MMO, in dem jede Menge andere Spieler unterwegs sind. Ein beeindruckender Aspekt ist allerdings, dass Bethesda Softworks zeigt, wie sich die einzelnen Regionen des legendären Kontinents Tamriel nahtlos verknüpfen lassen. In Zukunft kann ESO also noch deutlich größer werden, wenn man bedenkt, welche Regionen noch gar nicht integriert wurden. Für Fans von Rollenspielen sicherlich ein Leckerbissen. 
 
Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC
Website: elderscrollsonline.com/de/morrowind
 

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